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** Jedes Kind hat ein Recht auf Eltern!! **

 

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Wir sind eine Selbsthilfegruppe für alle Herkunftseltern, zwangsadoptierte Geschwister Verwandte & sonstige von Zwangsadoption Betroffene.

 

Herkunftseltern der ehemaligen DDR wurden vielfach schon bei der Geburt um Ihre Kinder betrogen.

Diese wurden uns oft schon im Krankenhaus geklaut und man erklärte uns lapidar, diese seien verstorben oder zur Adoption freigegeben. Es gibt kaum Unterlagen & Beweise darüber.


Wir wollen miteinander reden und uns austauschen, über Erfahrungen, Gefühle u.s.w.
Wir wollen auch die Mütter ,Väter & Geschwister ansprechen, die Ihre Suche nach dem eigenen Kind schon beendet haben.

Wir möchten Unterstützung bieten, auf dem langen Weg der Suche damit das Leid, was uns widerfahren ist, sich nicht wiederholt.

Wir möchten auf unseren Internetseiten über das Thema Zwangsadoption & Herkunft sachlich informieren. Wir bieten Adressen von Selbsthilfegruppen. Sie finden Erfahrungsberichte, Literatur und Gesetzestexte, Hinweise zu aktuellen Veröffentlichungen und Seminaren zum Thema.

 

Es finden z.Zt. auch Kundgebungen in Berlin statt, an denen wir uns rege beteiligen sollten, damit wir unsere Kinder finden & Kinder Ihre Eltern.

Nur so kann auch in der Politik, Ämtern und Behörden ein Umdenken erfolgen.

Eine Suchseite haben wir auch eingebaut, auf diese hat jeder User des Internets Zugriff.

 

** Jedes Kind hat ein Recht auf Eltern!! **

 

Babys 60er Jahre

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1.Seite Focus 52/1 2013/2014

#1 von Kati1407 , 24.03.2014 10:05

Gestohlenes Leben



FOCUS Magazin | Nr. 52 (2013)


ReportGestohlenes Leben

Dienstag, 07.01.2014, 15:24

Tausende Familien wurden in der DDR von den Behörden auseinandergerissen. Die Opfer leiden bis heute. Eine Wiedergutmachung bleibt den meisten verwehrt.

Andreas Laake hütet einen kleinen Schatz: ein halbes Dutzend Fotos, die ihn zusammen mit einem jungen Mann an einem sonnigen Oktobertag des Jahres 2013 in einem kleinen Park am Leipziger Hauptbahnhof zeigen. Der Jüngere überragt Andreas Laake fast um einen Kopf, er lächelt und legt seinen Arm um die Schultern des Älteren. Laake wirkt unsicher, angespannt, der Betrachter sieht: Dieser Moment bedeutet ihm viel. Die Bilder halten ihn in einem Augenblick fest, auf den er 29 Jahre lang warten musste. Sie zeigen ihn bei der ersten Begegnung mit seinem Sohn.

Niemand weiß genau, wie viele Ostdeutsche eine ähnliche Suche wie Andreas Laake durchgemacht haben. Eins verbindet diese Lebensläufe: Irgendwann trennte eine DDR-Behörde Kinder von Eltern gegen ihren Willen und ohne ihnen mitzuteilen, wo ihre Kinder danach aufwuchsen. Viele Überreste des Oststaates existieren heute nicht mehr. Aber wenn Leute wie Andreas Laake oder Katrin Behr ihre Geschichte erzählen, dann scheint plötzlich alles noch einmal nach oben zu kommen: die Aktensprache, die Piefigkeit von Amtszimmern mit Honecker-Bild und Resopalschreibtisch. Der Geruch nach Bürokratie und Angst.


Bundesarchiv (CC-Lizenz http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/) SED-Chef Erich Honecker (l) und Stasi-Boss Erich Mielke

Katrin Behr müsste nicht weit gehen, um diese Atmosphäre zu inhalieren. Nur ein paar Treppen tiefer. Ihr Arbeitszimmer befindet sich zwei Etagen über den ehemaligen Dienstgemächern, in denen Staatssicherheitsminister Erich Mielke bis 1989 residierte.

In ihrem Büro in der ehemaligen Stasi-Zentrale Berlin-Lichtenberg betreibt Katrin Behr eine Art Minibehörde: Deutschlands einzige Beratungsstelle für die Opfer staatlich erzwungener Familientrennungen in der DDR, finanziert vom Berliner Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen.

Ein Computer, ein paar Aktenordner. Das musste reichen für 1433 Suchanzeigen von Eltern und mittlerweile erwachsenen Kindern, die sich bisher an das Büro wandten. Einen guten Ausgang wie bei Andreas Laake und seinem Sohn gab es bisher erst in 422 Fällen.

Wer glaubt, 23 Jahre nach dem Ende des Oststaates wären die meisten Verletzungen verheilt, der kann sich hier in den kleinen Zimmerchen der alten Stasi-Festung vom Gegenteil überzeugen. „Am Anfang“, sagt Behr, „kannte ich noch jeden einzelnen Suchantrag auswendig. Jetzt sind es so viele.“ Was ihr am meisten hilft, die Fälle auf ihrem Schreibtisch zu verstehen, ist ihr eigener Lebenslauf.

An einem Februarmorgen im Jahr 1972 holten Polizisten die Mutter der damals vierjährigen Katrin Behr aus ihrer Wohnung in Gera ab. Sie erinnert sich, dass ihre Mutter ihr noch schnell sagte: „Ich verspreche dir, dass ich heute Abend wieder zu Hause bin.“

Es sollte 19 Jahre dauern, bis sie ihre Mutter wiedersah.


Zwangsweise getrennt: Janine H., 39. Die Berlinerin gehört zu den Tausenden Ostdeutschen, die ihren Eltern unter Zwang weggenommen wurden. Die Willkürakte der DDR gelten selbst heute nicht offiziell als Unrecht

„Jeder Fall ist anders“, sagt Behr. Die Behörden in der DDR nahmen Republikflüchtlingen das Erziehungsrecht für ihre Kinder wie bei Andreas Laake. Aber auch junge Mütter konnten in die Mühlen von Bürokraten geraten, die sich ganz selbstverständlich als Vormund der Bürger sahen. DDR-Funktionäre sprachen gern von „unseren Menschen“ und dem „Erziehungsauftrag des Staates“. Und sie meinten es auch so.

Das Vergehen von Behrs Mutter bestand darin, dass sie als Alleinerziehende mit zwei Kindern ab und zu nicht an ihrem Arbeitsplatz in einer HO-Gaststätte erschien, wenn eins ihrer Kinder krank wurde. Außerdem redete sie einmal davon, dass sie am liebsten in den Westen abhauen würde. Das genügte, um sie wegen „Gefährdung der öffentlichen Ordnung durch asoziales Verhalten“ ins Gefängnis und ihre beiden Kinder ins Heim zu stecken.

Während ihr Bruder im Heim blieb, gab die Jugendhilfeabteilung der Stadt Gera das Mädchen zur Adoption frei. Dabei wurde, wie es in den Akten heißt, „auf die Einwilligung der Mutter verzichtet“. Katrins neue Mutter, eine Parteisekretärin, übernahm den Auftrag, das Kind perfekt nach den Vorstellungen der staatlichen Stellen zu formen.


Wo der Osten noch lebendig ist: Der Mielke-Mief: So wohnte und arbeitete die DDR


Am Ende des Tunnels ist immer ein Licht

 
Kati1407
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zuletzt bearbeitet 24.03.2014 | Top

   



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